Gestern Abend haben uns die drei Musiker von Trio Mi.S.S. in eine neue Carmina Burana Welt versetzt – leise eher und verspielt, eindeutig mit einem Hauch Jazz. Die Eingangsmelodie kennt ja so ziemlich jeder. Ohne Gesang, mal was ganz anderes, spannend und hervorragend umgesetzt. Die verschiedenen Ebenen des Stückes, Schwere, Leichtigkeit, Freude und Liebe. Alles hörte man, fühlte man.
Ganz am Anfang gab es noch eine kleine Geschichtsstunde – war doch Carl Orff Teil des Image Films für die Olympia-Bewerbung 1972 – und wo wurde dieser gedreht? Im Inselfilm in Haar, also genau dem Ort, wo heute das Gebäude der Musikschule Haar steht.
Wir sagen Danke, für diesen sehr kurzweiligen und fröhlichen Abend. Wer nicht dabei war, hat definitiv etwas verpasst.






















Mi.S.S. steht für Michaela und 2 Stephans: Mi.chaela Bauer: Akkordeon, Dr. S.tephan von Clarmann: Vibraphon und S.tephan Glaubitz: Kontrabass. Die Musik spricht für sich. Die Interpretation der ‚Carmina Burana‘ von Carl Orff ist schon vielerorts ein Zugpferd für die Hörerschaft gewesen. Herausgenommen aus den sonst üblichen riesigen Musiktempeln kann Carl Orff mit dieser Kleinstbesetzung auch in anderen Locations aufgeführt werden und den innewohnenden Zauber der Orff’schen Musik verbreiten.
Die Bearbeitung des Orchesterwerks wurde vom Verlag Schott Music begleitet und die Aufführung genehmigt. Dieses Zugeständnis der Orff-Erben ist im Falle ‚Carmina Burana‘ sehr ungewöhnlich, sodass wir die Erlaubnis als Ritterschlag unserer Interpretation deuten. Das Live-Erlebnis lebt von der Exklusivität und gibt unseren Konzerten einen gewissen elitären Touch.
Trio Mi.S.S. bietet die Gelegenheit, Orff’s ‚Carmina Burana‘ – eines der bekanntesten Chorwerke weit und breit – einmal ganz anders zu erleben: ohne Chor und ohne Orchester.
Sie fragen sich, wie in der Besetzung eines Trios die mitreißenden Rhythmen, die fast schon archaische Harmonik und die charakteristische Melodiesprache, die immer wieder durch die Simplizität hervorsticht, nicht wie gewohnt von 100 Musikern, sondern lediglich von 3 Künstlern auf die Bühne gebracht werden kann?
Aber das Konzept geht auf: Für den Zuhörer ist der Abend ein Wiedererkennen liebgewonnener Melodien und auch ein stetes neugieriges Erwarten, wie wir die nächsten persönlichen Lieblingsstellen der ‚Carmina Burana‘ in unserem ganz eigenen Mix aus Klassik/Jazz/Weltmusik wohl interpretieren werden.

